Das Droste-Forum initiiert und fördert nicht nur ausgewiesene und ambitionierte Projekte und Programme, es führt auch eigene Projekte durch und kooperiert mit anderen Kulturträgern bei der Planung und Realisierung größerer Vorhaben. Seit 2023 vergibt das Droste-Forum jährlich seinen neu geschaffenen Förderpreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Weiter engagiert es sich in enger Abstimmung mit der Droste-Forschungsstelle als sorgende Einrichtung für die Sicherung des handschriftlichen Nachlasses der Annette von Droste-Hülshoff, soweit Teile daraus zum Kauf und zur Übernahme angeboten werden. Im Sommer 2025 eröffnete das Forum seine Webanwendung Droste-Spuren, die als hybrides Digitalprojekt ihre Aufenthalte, Kontakte und Wege durch Münster erschließt. Weitere Projekte befinden sich in Vorbereitung.

Droste Spuren

Mit Annette von Droste-Hülshoff durch Münster. Ein digitaler Erkundungsgang zwischen damals und heute (2025)

Das Droste-Forum präsentiert unter der Domain www.droste-spuren.de ein Webprojekt, das die Wohn- und Aufenthaltsorte Annette von Droste-Hülshoffs in Münster neu erschließt und im Netz zugänglich macht.

Das Erkundungsangebot auf Droste-Spuren erschließt die Lebensrealität der Autorin in ihrer Heimatstadt, ihre Begegnungen, ihre Orte, ihre Erlebnisse. Dabei macht es ihre Wege in und durch das historische Münster neu erfahrbar. Zu nutzen auf dem Handy beim Gang durch die Stadt und zuhause am Bildschirm zur weiteren Vertiefung.

Näheres zum Projekt erfahren Sie hier.

Direkt zur Website gelangen Sie hier.

Sicherung Droste-Archivalien

Seit seiner Gründung verfolgt das Droste-Forum die Aufgabe, Stücke des Nachlass-Bestandes der Autorin, die auf dem Autographenmarkt angeboten werden, nach Möglichkeit zu sichern und in eine konservatorisch fachgerechte dauerhafte Verwahrung zu überführen.

Das begann mit dem an das Forum gegangenen, zuvor unbekannten Teil eines Briefs Annette von Droste-Hülshoffs an ihre Schwester Jenny vom 18. April 1841 aus dem Sammelbestand der Stifterin Dr. Susanne Amrain. Punktuell erwarb das Forum in der Folgezeit weiter angebotene Stücke aus ehemaligem Droste-Besitz, darunter ein bisher unbekanntes, eigenhändig gezeichnetes Widmungsexemplar ihrer Gedichtausgabe von 1844. Umfangreiche Erwerbungen wurden 2024 und 2025 realisiert, als es mit Unterstützung großzügiger Förderungen überregionaler Stiftungen gelang, das Manuskript des Romans Ledwina, große Teile der umfangreichen Autographensammlung Annette von Drostes sowie eine Testamentsniederschrift aus ihrer Hand zu erwerben. Das Forum unterstützte zudem Ankäufe Dritter, so eines Briefes von Clara Schumann an Droste, der von der Droste-Stiftung erworben wurde.

Nachwuchspreis

Mit dem Ziel der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vergibt das Droste-Forum jährlich Preise für herausragende akademische Abschlussarbeiten, die sich thematisch mit Annette von Droste-Hülshoff, ihrem Werk und ihren Beziehungsgeflechten oder literarischen oder anderen künstlerischen Adaptionen ihres Werks beschäftigen. Ausgezeichnet werden brillante Master- und Bachelorarbeiten sowie in begründeten Einzelfällen besonders hervorstechende Seminararbeiten.

Weiteres in der Abteilung Förderung

Droste Digital

Unter dem Arbeitstitel Droste Digital stehen die Vorbereitungen und Planungen zu einem Großprojekt, das die Inhalte und Ergebnisse der Historisch-kritischen Droste-Ausgabe (28 Bde. mit zahlreichen Bandbearbeiter:innen, Gesamtherausgabe: Winfried Woesler, Tübingen 1978-2000) in einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung ins digitale Medium überführt und die dabei entstehende Webpräsenz mit den Digitalisaten aus dem Handschriftenbestand der Annette von Droste-Hülshoff verknüpft.

Bisher steht für Annette von Droste-Hülshoff noch kein eigenes, digitales Nachlassarchiv zur Verfügung, wenngleich wichtige Schritte dahin vor allem durch Bestandsdigitalisierungen im Westfälischen Literaturarchiv vollzogen worden sind. Auf der Basis des Vorhandenen soll das Projekt den Gesamtbestand der Handschriften der Annette von Droste-Hülshoff sowie weiterer Dokumente zu Leben, Werk und Wirkung der Autorin digital publizieren, verfügbar halten und dabei eine Langzeitarchivierung der Digitalisate sicher stellen.

Der weitaus größte Teil der erhaltenen Handschriften der Annette von Droste-Hülshoff, der sogenannte Meersburger Nachlass, befindet sich seit 2018 im Westfälischen Literaturarchiv im LWL-Archivamt für Westfalen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Dort wird der Bestand als Dauerleihgabe der Staatsbibliothek zu Berlin sicher aufbewahrt, erschlossen, digitalisiert und der Forschung zugänglich gemacht. Darüber hinaus werden im genannten Archiv weitere spezifische Droste-Bestände anderer Provenienz (Droste-Gesellschaft, Droste-Forum, Droste-Stiftung) aufbewahrt. Weitere Sammlungsbestände von Droste-Handschriften befinden sich in der StuLB Dortmund, der ULB Bonn, dem LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster und im Deutschen Literaturarchiv Marbach; sonstige Objekte sind verstreut in diversen Sammlungen und in Privatbesitz vorhanden.

Das Planungsteam besteht aus Dr. Anke Kramer (Droste-Forschungsstelle), die auch die Gesamtkoordination in Händen hält, Dr. Rüdiger Nutt-Kofoth (Universität Wuppertal) und Dr. Jochen Grywatsch (Droste-Forum).

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Ausstellungen

In Kooperation mit weiteren Institutionen realisiert das Droste-Forum im Rahmen seines Förderauftrags Ausstellungsprojekte, die Leben und Werk Annette von Droste-Hülshoffs in neuer Weise erschließen. In der Vergangenheit zählen dazu die Wanderausstellung „Sehnsucht in die Ferne“ (2017–2019) und das Ausstellungsprojekt „Süße Ruh’, süßer Taumel im Gras“ (2013/14).

Wanderausstellung: „Sehnsucht in die Ferne“. Reisen mit Annette von Droste-Hülshoff. 2017–2019
 

Die Wanderausstellung „Sehnsucht in die Ferne“ in der Eingangshalle des Bökerhofs 2018. (© Jochen Grywatsch)

Projektgruppe

Droste-Forum e.V., Droste-Forschungsstelle/Literaturkommission für Westfalen, Kreismuseum Wewelsburg, Stadtmuseum Paderborn, Stadtmuseum Brakel.Insgesamt neun Jahre ihres Lebens war Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) unterwegs, und etwa die Hälfte ihres literarischen Werks entstand während auswärtiger Aufenthalte vom Paderborner und Höxteraner Land bis zum Bodensee. Viel weiter noch reiste die für ihre Landschaftsgedichte berühmte Autorin aber im Kopf – inspiriert von Lektüren und Gesprächen, getrieben von Fernsucht und der eigenen dichterischen Phantasie.

Die Ausstellung lässt Besucherinnen und Besucher eintauchen in Landschaften, wie Droste sie unterwegs kennenlernte und beschrieb. Präsentiert werden bisher nie gezeigte Exponate und Handschriften in spannenden, multimedial inszenierten Räumen. Die Bedingungen, unter denen Drostes Reisen stattfand, bieten faszinierende Einblicke in das Leben einer adligen schreibenden Frau zwischen Beschränkung und Selbstbestimmung und zeigen die rasanten gesellschaftlichen und technischen Umbrüche ihrer Zeit.

Mehr Informationen zur Ausstellung auf der Seite des LWL finden Sie hier.

Ausstellungsstationen

2017

21.5. – 13.8.: Büren, Kreismuseum Wewelsburg
26.8. – 5.11.: Havixbeck, Burg Hülshoff

2018

6.5. – 1.7.: Brakel, Stadtmuseum und Bökerhof
2.9. – 24.2.: Meersburg, Neues Schloss

2019

12.4. – 7.5.: Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin
11.8. – 24.11.: Paderborn, Stadtmuseum

Zum Ausstellungskatalog

Wanderausstellung mit Literaturfest: „Süße Ruh‘, süßer Taumel im Gras“. Droste-Gedichte hören | sehen | begehen | erleben. Westfälischer Droste-Sommer 2013 [Wiederaufnahme 2014]

Die Wanderausstellung „Süße Ruh‘, süßer Taumel im Gras“ auf dem Vorplatz der Stadtbücherei Paderborn 2014. (© Jochen Grywatsch)

Projektgruppe

Droste-Forum e.V., Droste-Gesellschaft e.V., Droste-Forschungsstelle/Literaturkommission für Westfalen

Droste-Gedichte nicht nur lesen oder hören, sondern ganz neu erleben und mit allen Sinnen erfahren – das ist die Idee des Projekts »Süße Ruh’, süßer Taumel im Gras« des »Westfälischen Droste-Sommers 2013«. Umgesetzt wurde dies mit drei Raum-Installationen zu drei ausgewählten Droste-Gedichten, die damit regelrecht begehbar gemacht wurden. Die drei Lyrik-Pavillons wurden im Park von Burg Hülshoff und an mehreren weiteren Orten einem interessierten Publikum zugänglich gemacht.

Zur Eröffnung fand am 15. Juni 2013 ein Literatur-Gartenfest statt mit hochkarätigem Programm im Park von Burg Hülshoff statt. Dazu gehörten ein Droste-Poetry-Slam mit fünf Größen der Szene, Jazz-Vertonungen von Droste-Gedichten durch Jan Klare und seine Band sowie eine Lesung von Droste-Texten durch die renommierte international bekannte Schauspielerin Martina Gedeck.

Ausstellungsstationen

2013

15.6. – 14.7.: Burg Hülshoff, Havixbeck
20.7. – 25.8.: Abtei Marienmünster, Marienmünster
31.8. – 29.9.: Haus Rüschhaus, Münster

2014

07.8. – 19.10. Stadtbücherei Paderborn, Vorplatz

Begleitheft zum Download hier
Dokumentation zum Download hier

Netzwerk

Als bewährtes Arbeitsprinzip verfolgt das Droste-Forum den Gedanken der Netzwerkbildung. Es ist davon überzeugt, dass die besten Ergebnisse erzielt werden können, wenn Fachverstand von verschiedenen Seiten beigesteuert und zusammengebracht werden kann.

Auf solche Weise können Arbeitsprozesse effektiviert und Ergebnisse optimiert werden. Gerade auf einem relativ kleinen Betätigungsfeld wie der Auseinandersetzung mit einer Literatin des 19. Jahrhunderts sind Abstimmungs- und Verständigungsprozesse von besonderer Bedeutung. Andere Institutionen, die sich auf dem Feld der Beschäftigung mit Droste-Hülshoff betätigen, sind in unterschiedlicher Weise offen für den Netzwerk- und Kooperationsgedanken. Vorbildliche Zusammenarbeit wird seit langem mit der Droste-Forschungsstelle praktiziert. Das Droste-Forum setzt sich immer wieder dafür ein, die unterschiedlichen Institutionen miteinander im Gespräch zu halten respektive ins Gespräch zu bringen. Verschiedene Kooperationen, so auch mit der Droste-Gesellschaft und dem Westfälischen Literaturarchiv, zeugen von der Tragfähigkeit dieser Grundüberzeugung und den besonderen Möglichkeiten und Erfolgen derartigen Zusammenwirkens.